Bundespräsidentenwahl 2010: Klarer Sieg für Fischer

 

 

Bundespräsident Fischer wird mit knapp 79 Prozent wiedergewählt. Rosenkranz verfehlt mit 15,6 Prozent ihr Wahlziel, Gehring liegt weit abgeschlagen. Mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten bleibt den Urnen fern.

Am 25. April 2010 hat Österreich sein neues Staatsoberhaupt gewählt. Laut einer ersten Hochrechnung von SORA hat der amtierende Bundespräsident Heinz Fischer 78,9 Prozent der Stimmen erreicht. Seine Kontrahentin, die Kandidatin der Freiheitlichen Partei Österreichs Barbara Rosenkranz, kam auf 15,6 Prozent der Stimmen. Der dritte Kandidat, Rudolf Gehring von der Christlichen Partei Österreichs erreichte 5,4 Prozent.

Mit seinem Ergebnis verfehlt der Bundespräsident knapp den Rekord von Rudolf Kirchschläger, der 1980 mit 79,87 Prozent wiedergewählt wurde und damit das beste Ergebnis bei einer Hofburg-Wahl erreichte. Nichtsdestotrotz zeigte er sich am Sonntagabend "überaus glücklich und dankbar".

Die FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz verfehlte mit 15,6 Prozent ihr Wahlziel, das beste FPÖ-Ergebnis bei einer Bundespräsidentenwahl (Willfried Gredler 1980 mit 16,96 Prozent) zu erreichen. Noch deutlicher liegt sie unter dem Ziel, das ihr Parteichef Heinz-Christian Strache legte: Das Erreichen eines Stimmanteils von 35 Prozent. Rosenkranz bezeichnete ihr Ergebnis am Sonntag dennoch als "durchaus respektabel".

Christian Gehring von der CPÖ zeigte sich mit seinem Ergebnis "außerordentlich zufrieden". Die Verfehlung seines Wahlziels, in eine Stichwahl gegen Fischer zu kommen, schob er auf die Nichtwähler.

Die Wahlbeteiligung ist allerdings äußerst niedrig ausgefallen. Nur 49,2 Prozent der Wahlberechtigten (ohne Briefwahlstimmen) machten Gebrauch von ihrem Wahlrecht. Den Weißwähleranteil machen laut SORA/ORF mit sieben bis acht Prozent aus. Noch nicht mitgezählt sind im vorläufigen Endergebnis die Briefwahl-Stimmen. Diese Stimmen müssen spätestens am Freitag bei der zuständigen Bezirkswahlbehörde eingelangt sein.

(c) Manfred Werner